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War der 2:1 Sieg über Hannover 96 die Wende? Vom Auftreten der Mannschaft her sicher. Aber durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Beck und vor allem von Obasi wird die "Nachhaltigkeit" dieses Erfolgserlebnisses leider etwas in Frage gestellt.
Es war vieles besser als in den vergangenen Spielen, vor allem war von Anfang an deutlich zu spüren, dass die Mannschaft in (nahezu, bis auf Ba) Bestbesetzung wieder mit einem breiten Kreuz und voller Selbstvertrauen auf dem Platz agierte. Nun war das total verunsicherte Hannover mit einer noch längeren Mißerfolgsserie als die Unseren vielleicht auch der dankbare "Aufbaugegner", wenngleich dieser mit Neuzugang Kone über einen jederzeit anspielbaren, spielfreudigen und dazu torgefährlichen Angreifer verfügte. Dennoch ließ uns Fans das gewachsene Selbstvertrauen, das sich in zahlreichen sehenswerten Kombinationen, flüssigem Spiel und guten Torchancen niederschlug, für die kommenden Spiele und vor allem für das demnächst anstehende Pokal-Viertelfinale neue Hoffnung schöpfen. Bis, ja bis durch die Verletzung von Obasi, der als Drittplatzierter aus dem Afrika-Cup zurückgekommen war, wo er sich zum Stammspieler seiner Nationalmannschaft entwickelt hatte, etwa 20 Minuten vor Spielschluss unser Kreativ-Team wieder auseinandergerissen wurde, was uns nahezu entscheidend zurückwarf. Ab diesem Zeitpunkt - anschließend mussten auch noch Beck und Compper verletzt ausgewechselt werden - traten wieder die altbekannten Probleme auf, verrannten sich Eduardo und Maicosuel im Bemühen, den fehlenden Nebenmann durch Aktionismus ersetzen zu wollen, immer in den größten Pulk von Gegenspielern, der auf dem Platz gerade anzutreffen war. Unser Spiel verlor die klare Linie und mit ein bisschen Pech - und dem schon fast traditionell zu unseren Ungunsten pfeifenden Schiri - hätten wir durchaus auch den alles wieder in Frage stellenden Ausgleichstreffer bekommen können. Ich würde es nicht so formulieren wollen, dass einer unserer kreativen Spieler im Offensivbereich (Eduardo, Obasi, Ba, Maicosuel, Salihovic) vollkommen unverzichtbar für die Mannschaft wäre. Aber wenn von diesen Fünfen zwei fehlen, dann läuft das Spiel nicht mehr rund. Wobei es kein Zufall ist, dass ich Ibisevic dabei jetzt nicht mit aufgezählt habe, denn der gute Junge steckt derzeit so tief im Loch, dass ihm selbst ein gutes Spiel wie gegen Hannover und zwei sehr schön herausgespielte praktisch 100 %ige Chancen (je eine in der 1. und 2. Halbzeit) nicht zu einem Treffer reichen. Was ihm vor etwas über einem Jahr praktisch mit verbundenen Augen gelang, das kriegt er jetzt nicht mal mit Anlauf gebacken. Aber das ist eben das typische Leid des Torjägers. Spielentscheidend ist hingegen der Spielaufbau und der liegt eben in den Händen von besagtem Kollektiv, das wie alle Kreativen stark von Stimmungen abhängt und scheinbar nur als intakte Gruppe funktioniert. Wenn jetzt in Bremen mit Andi Beck auch der (leider) einzige Spieler fehlt, der die Außenposition besetzt hält und mal die Grundlinie entlang geht, dann könnte der Aufschwung dort auch schon wieder vorüber sein. Aber lasst uns hoffen, dass ich Unrecht habe. Was das Geschehen auf den Tribünen anging, so erwiesen sich alle von Mike Diehl im Vorfeld verbreiteten Durchhalteparolen und Unterstützungsaappelle als völlig "am Thema vorbei" geschrieben, denn die Fans zogen von Anfang an aus eigenem Antrieb mit und unterstützen das Team lautstark. Abgesehen davon, dass ein Fahne schwenkender Wichtigtuer dafür gesorgt hat, dass keiner von uns Neckartalern das Elfmetertor von Salihovic gesehen hat (dass der Ball reinging, konnten wir der Reaktion der Gegentribüne entnehmen), war keinerlei Missstimmung feststellbar. Bis, ja bis auf den Umstand, dass die doch ernsteren Verletzungen der genannten Spieler am Ende die Sorge aufkommen ließen, dass Nachmittage voll unbeschwerten Spielgenusses möglicherweise nicht ganz so bald wieder zur Regel in der RNA werden. |